Pressemitteilung der Kampagne Freiheit für die Vielfalt

Pressemitteilung der Kampagne Freiheit für die Vielfalt
Etappensieg für Vielfalt auf dem Acker und im Garten

EU-Agrarausschuss weist Saatgutverordnung zurück - „Freiheit für die Vielfalt“ feiert Etappensieg


Berlin / Brüssel , 11.2.2014 Mit überwältigender Mehrheit (37:2) hat heute der Agrarausschuss
des Europäischen Parlaments den umstrittenen Entwurf einer europäischen Saatgutverordnung
zurückgewiesen und die EU-Kommission aufgefordert, ihn zurückzuziehen und von Grund auf zu
überarbeiten. Auf eine gemeinsame Resolution zur Begründung einigte er sich aber nicht.
„Wir begrüßen die fast einstimmige Ablehnung“, kommentiert Benedikt Haerlin von der Kampagne
„Freiheit für die Vielfalt“ den Beschluss. „Allerdings erwarten wir von den Abgeordneten nicht nur
eine Ablehnung, sondern auch ein klares Bekenntnis zur Vielfalt und zu denen, die sie verteidigen:
Landwirte, Gärtnerinnen, kleine Züchter und Erhaltungsinitiativen. “
Wenn das Plenum des Parlaments im März dem Agrarausschusses folgt und sich dabei auf eine klare
Begründung einigt, wäre dies ein wichtiger Etappensieg gegen die schleichende Reduzierung der
Saatgut-Vielfalt in Europa; und der Erfolg einer breiten Bürgerbewegung, die sich mittlerweile für
mehr Vielfalt auf Feldern und in Gärten engagiert.
„Der Beschluss ist auch ein wichtiges Signal an eine Handvoll Chemie-, Gentechnik- und Saatgut-
Unternehmen, die in den europäischen und weltweiten Handel mit Saatgut dominieren“, meint
Haerlin. Unternehmen wie Monsanto, Syngenta oder Bayer setzten darauf, Nachbau, Tausch und
Kleinhandel mit samenfesten, nachbaufähigen Sorten einzuschränken. Denn ihre Hybridsorten und
künftig auch patentiertes Saatgut müssen Landwirte und Gärtner Jahr für Jahr neu beziehen.
Die Zulassungskriterien der Saatgutverordnung orientieren sich mehr und mehr am Industrie-
Standard dieser Hybride. Weniger gleichförmige, samenfeste Sorten, besonders auch aus
ökologischer Züchtung haben es dagegen schwer. Hohe Kosten, Kontrollen und bürokratische Hürden
würden durch die geplante Zentralisierung des EU-Saatgutrechts noch verschärft. Dies trifft
besonders Erhaltungs- und Biozüchter, aber auch engagierte Landwirte und Gärtner.
Dagegen erhob sich im Sommer vergangenen Jahres ein Sturm der Entrüstung. Mehr als 700.000
Menschen unterzeichneten verschiedene Petitionen in Deutschland und Österreich. Proteste gab es
auch in Italien und Frankreich. Den EU-Abgeordneten, die ursprünglich 1400 Änderungsanträge mit
unterschiedlichen Zielen eingebracht hatten, sei das Thema kurz vor den Europawahlen im Mai wohl
zu heiß geworden, mutmaßt Haerlin: „Die EU-Kommission muss jetzt ihren Vorschlag zurückziehen,
um neue Lösungen zu entwickeln, die Vielfalt statt Monokulturen auf dem Acker und auch auf dem
Markt fördern“. Die Kampagne „Freiheit für die Vielfalt“ habe gerade erst begonnen und werde in
diesem Frühjahr in Europas Gärten und Feldern praktisch fortgesetzt.
Pressekontakt: Benedikt Haerlin 0173 9997555
Die Kampagne „Freiheit für die Vielfalt“ wird in Deutschland getragen von den Organisationen „Save
Our Seeds“, dem Biodachverband Bund Ökologischer Lebensmittelwirtschaft, campact,
Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft, IG Nachbau, der Zukunftsstiftung Landwirtschaft und
dem Verein Kultursaat e.V. In Österreich von Arche Noah und Global 2000
Kontakt: Rebekka Schwarzbach, Freiheit für die Vielfalt, Marienstr.19-20, 10117 Berlin
Telefon 030 28482324, Email: info@freievielfalt.de Webseite: www.freievielfalt.de

Pressemitteilung als PDF:  pdf-logopm_vielfalt

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